Über 20 Jahre Erfahrung prägen meine Arbeit in der Softwareeinführung. Begonnen als Entwickler, später als Berater und Projektleiter und aktuell in der Prozessberatung und als Solution-Architekt.
Projektvorgehen: Ich begleite Projekte mit Unterstützung einer selbst entwickelten Methode, die viel Projekterfahrung beinhaltet. Ein tieferer Einblick erscheint im Juni 2026 mit der Veröffentlichung meines ersten Buches.
Prozessberatung: Ich begleite ganzheitlich bei Prozessoptimierungen. Von der IST-Aufnahme über die Konzeption moderner Soll-Prozesse bis hin zur systemseitigen Übersetzung. Auch während der Implementierung und Testphase stehe ich mit funktionaler und technischer Expertise beratend zur Seite.
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„Konzentriertes Aufnehmen, ständiges Priorisieren, fokussiertes Abarbeiten“ und kontinuierliches „Überprüfen“. Eigentlich ist mit diesem Satz alles gesagt. Mit dieser Herangehensweise kann ich jeden Tag im Detail, aber auch grosse und komplexe Aufgabenstellungen und Projekte angehen.
Über viele Jahre habe ich bei verschiedenen Softwarehäusern die Softwareeinführung für Kunden begleitet. Hieraus ist eine Vorgehenswesie entstanden.
Im Mittelpunkt steht der zu digitalisierende Prozess und ist umrandet von dem Vorgehen, den Teilnehmenden und den Tools. Einige gängige Themen sind
neu gedacht und überarbeitet und die vier Bereiche sind in verschiedenen Blickwinkeln im Detail betrachtet.
Das Wissen bringe ich gerne in neue oder bestehende Projekte ein.
Diese Vorgehensweise habe ich in dem Buch Erfolgreiche Softwareeinführung zusammengefasst und mit dem dem Hanser Fachbuch Verlag einen Verlag gefunden, der diese Buch veröffentlicht.
Das Buch ist ein Informationsgeber und Nachschlagewerk für Einsteiger und Profis zur ganzheitlichen Vorgehensweise einer Softwareeinführung.
Zu finden ist das Buch ab Ende Q2/2026 bei allen gägigen Buchhändlern und direkt im Hanser Fachbuch Verlag
In einem Softwareprojekt sollte nicht gleich mit der Umsetzung begonnen werden. Ein paar Schritte vorher, während und nach der reinen Umsetzung unterscheiden eine
chaotische von einer strukturierten Projektarbeit.
Die Vorgehensweise ist in 7 Phasen untereteilt, wobei eine Idee schon vorhanden sein sollte. Die Phasen zeigen das Vorgehen mit einer Beschreibung,
einem groben Ablaufdiagramm, den notwendigen Aktivitäten und den idealen Ergebnissen.
Eine Projektidee kann aus verschiedenen Gründen entstehen. Sei es ein Prozess soll oder muss digitalisiert oder angepasst werden, Software soll oder muss ausgetauscht werden, oder es gibt organisatorische Themen, die zu einem Softwareprojekt führen. Wichtig bei der Idee, sind die Gründe um sie im folgenden Schritt als Grundlage zu nehmen.
Jedes Projekt benötigt einen Start. Ist es das erste Projekt, muss erst einmal geklärt werden, worum es genau geht.
Projekte entstehen nicht aus dem Nichts, es gibt immer viele Anforderungen in Unternehmen, die ein Projekt verlangen. Irgendwann muss aber entschieden werden, ein Projekt zu starten.
Zuerst sollte formuliert werden, welche Themen überhaupt geplant sind. Das ist die Roadmap, darin kann später eine oder mehrere Projektübersichten abgeleitet werden, bevor es dann zu den Projekten selbst geht.
Wenn es um einen bestehenden Prozess geht, der in ein neues System überführt und/oder optimiert werden soll, muss der IST-Prozess klar formuliert sein. Hierzu gibt es für bestehende Prozesse oftmals Dokumentationen, die mehr oder weniger gelebt werden. Daher ist es wichtig, die aktuelle Dokumentation des aktuellen Prozesses aufzunehmen und mit dem gelebten Prozess abzugleichen. Hier gibt es oft sehr interessante Abweichungen oder gar komplett andere Prozesse, die um die Definition herumgehen oder ihn ganz aushebeln.
Daher ist es neben dem Einlesen der bestehenden Dokumentation wichtig, mit dem Anwenderkreis des Prozesses zu sprechen und die Erfahrungen in der Anwendung der Prozesse, also den gelebten Prozess, auch zu verstehen. Das ist der echte IST-Prozess.
Um einen Prozess aufzunehmen, gibt es Möglichkeiten von der Erfassung eines Textes bis hin zu einer sehr komplexen Visualisierungsmethode wie BPMN (Business Process Modelling Notation), die aus Erfahrung in der vollen Ausbaustufe nur sehr wenige verstehen. Daher bin ich über die Jahre auf eine einfache Visualisierung mit kurzer Erläuterung von Prozessen gekommen, heisst weniger Elemente in der Visualisierung und eine kurze schriftliche Erklärung zu der Visualisierung.
Die Schritte und Phasen eines Prozesses mit ihren Rollen sind ausschlaggebend bei der IST-Aufnahme. Der IST-Prozess sollte mit den genutzten Systemen und den Schnittstellen oder ihren Medienbrüchen genau wie er genutzt wird aufgenommen werden.
Mit der Aufnahme der IST-Prozesse (visualisiert und mit kurzer Beschreibung versehen) können erste Verbesserungsvorschläge aufgenommen werden. Diese können prozessual und funktional sein. Prozessual ist eine abweichende Vorgehensweise und funktional ist eine andere Handhabung und Anwendung der Schritte. Der Unterschied ist wichtig, weil in den nächsten zwei Phasen zuerst der Soll-Prozess prozessual beschrieben wird, um damit eine Grundlage für die Softwareentscheidung zu legen, die dann ihre funktionalen Schritte hat und mit Softwarebezug erarbeitet werden kann.
Mit der IST-Aufnahme sollten die bestehenden Systeme visualisiert und beschrieben und die Datenmengen grob aufgenommen werden.
Wie soll der zukünftige Prozess aussehen, mit dem gearbeitet werden soll. Hier ist der Hauptfokus auf dem, wie zukünftig gearbeitet werden soll, relevant. Genauso wichtig ist aber auch die Herkunft. Wie wird der Prozess aktuell gelebt und welche Veränderung ist geplant?
Das kann folgende Herangehensweise bedeuten:
Den Prozess und die Arbeitsweise gab es vorher nicht, und es wird eine neue Arbeitsweise hinzugenommen.
Es war zwar nicht allen klar, aber der Prozess wird schon gelebt.
Der Prozess wird gelebt und soll optimiert werden.
Der Prozess darf nicht verändert, aber in einer neuen Software realisiert werden.
Hieraus ergibt sich in jedem Fall eine Formulierung des Soll und ein Bezug zu dem IST der bisherigen Arbeitsweise.
Es bietet sich an, den Soll-Prozess erst mal neu zu visualisieren und dann den Bezug zu dem IST herzustellen, um die Veränderung für den Ablauf und die Menschen, die damit zukünftig arbeiten sollen, zu identifizieren. Zudem lässt sich aus der Liste der Veränderungen auch ableiten, welche Vorteile der neue Prozess mit sich bringt. Das können Arbeitserleichterungen im Ablauf oder medienbruchreduzierte Schritte sein, aber auch neue oder veränderte Zuständigkeiten.
Daher sollten die zukünftigen Rollen mit ihren Verantwortungen in der Soll-Definition klar formuliert werden. Wenn die Rollen, die auf Menschen später angewendet werden, noch nicht klar sind, kann es Auswirkungen auf den Prozess haben. Ein Angebot wurde zum Beispiel bisher vom Aussendienst aufgenommen und vom Innendient erstellt. Jetzt hat der Aussendienst die Möglichkeit, mit einfachen Klicks ein Angebot selbst zu erstellen. Hier baucht es den Innendienst dann für diese Schritte nicht mehr und der Innendienst kann sich auf andere Themen konzentrieren.
Aus dieser Ablaufbeschreibung mit Verantwortungen der Schritte pro Rolle heraus lassen sich Use Cases Test-Cases und daraus User Stories für die neuen o der überarbeiteten Prozesse ableiten.
Eine Standardsoftware hat oft schon vorgefertigte Lösungen, die hier initial identifiziert und geplant werden kann. Daher kann aus den neuen Prozessen eine Zielarchitektur initial erstellt werden, die aber in der nächsten Phase überprüft und weiter konkretisiert werden muss.
Bei der Soll-Prozess-Beschreibung sollte Folgendes berücksichtigt werden:
Wenn es schon immer so war, warum braucht es das zukünftig auch? Über lange Zeit gelebte Arbeitsweisen sind oft so stark in den Köpfen, dass sie gar nicht infrage gestellt werden. Es ist eine Frage der Ziele, ob sie angepasst werden sollen. Wenn dem so ist, muss jeder Arbeitsschritt hinterfragt werden. Das kann dazu führen, dass Schritte nicht mehr benötigt werden, wenn eine andere Herangehensweise gewählt wird. Das wiederum kann zur Folge haben, dass die aktuellen Ausführenden der Schritte weniger zu tun haben mit allen seinen Auswirkungen. Das heisst, es sensibel und offen anzugehen.
Braucht es das „Detail“ oder die Herangehensweise wirklich, sollte auch immer stark hinterfragt werden. Bei einer Prozessmodellierung kommen sehr schnell Anregungen und Wünsche, das ist auch gewollt. Ziel eines Prozesses ist aber die optimale Beschreibung und nicht jede Besonderheit.
Das Vorgehen sollte nicht zu komplex werden. Ein Soll-Prozess sollte auch von nicht in der Besprechung beteiligten Personen einfach gelesen werden können. Wenn es viele Abzweigungen gibt, sollten die Prozesse besser in mehrere Bilder mit den Anwendungsfällen aufgeteilt werden.
Sind die Soll-Prozesse aufgenommen, können aus der IST-Aufnahme die prozessualen Verbesserungsvorschläge gegengeprüft werden, ob sie schon formuliert wurden oder jetzt eingebunden werden, oder ob sie doch nicht mehr so richtig in den neuen Prozess passen.
Die Ziele und der Scope sollten abschliessend auch gegengeprüft werden, ob das Ergebnis diesen entspricht oder ob sie zurück an die höhere Instanz zurückgegeben werden müssen, zur eventuellen Anpassung.
Erst jetzt ist es überhaupt möglich, die Soll-Prozesse in mögliche Systeme und deren Software zu übersetzen und die Auswahl von möglichen Zielsystemen zu verfeinern und die Anpassungen grob zu skizzieren.
Ab hier werden die IST-Prozesse nicht mehr benötigt und man beschäftigt sich nur noch mit dem Zielbild.
Die Soll-Prozesse werden nun um die Systeme ergänzt, in denen sie zukünftig bearbeitet werden sollen, prozessual etwas näher beschrieben und daraus abgeleitet wird alles Notwendige identifiziert.
Hier sind vor allem folgende Elemente wichtig, die erarbeitet werden müssen:
Prozessablauf: Soll-Prozesse in systemübergreifende Prozesse mit Rollen übersetzen
Systemarchitektur: eine Übersicht, welche Systeme in welcher Umgebung benötigt werden und wie sie mit welcher Technologie miteinander interagieren sollen
Tabellenübersicht: Tabellen, die zum Betrieb zukünftig benötigt werden, und wie sie miteinander verbunden sind. Dies zum einen als Visualisierung und zum anderen mit dem Zielnamen der Tabelle und einer kurzen Beschreibung versehen, was jede Tabelle beinhaltet und bezwecken soll.
Schnittstellen: Wenn im Prozess zwischen Systemen gewechselt wird, ist eine Schnittstelle notwendig. Sie kann ein manueller Schritt sein, aber auch ein Absprung z u einem anderen System, oder Daten aus einem oder in ein anderes System übertragen, dass sie dort verfügbar sind und dort weitergearbeitet werden kann, wenn nötig und relevant.
Berechtigungskonzept: Anhand der Rollen und der Prozessnutzung der Rollen pro System ergibt sich, welche Benutzer in welcher Tiefe Zugriff auf Systeme benötigen. Hierzu sollte ein Berechtigungskonzept übergreifend zu den Abläufen und den Detailanforderungen erstellt werden.
Datenmigrationskonzept: Ist das Zielbild definiert, kann auch grundsätzlich definiert werden, welche Schnittstellen initial ausgeführt werden müssen, und welche Daten aus den zukünftig nicht mehr genutzten Systemen, wenn nötig, überarbeitet (konvertiert) und in welcher Reihenfolge übertragen werden müssen.
Scope: Der Scope muss hier vor der Umsetzung nochmal überprüft und entweder bestätigt oder anhand der Ziele und der neuen Erkenntnisse angepasst/überarbeitet werden. Ändern sich daraus die Ziele, muss dies auch berücksichtigt werden.
Out of Scope: Es wird oft erst in der Phase der Übersetzung in Systeme klar, welche Themen umgesetzt werden und welche eher nicht. Dies sollte allen klar und in einem eigenen Bereich formuliert werden.
Es ist wichtig, ob das Projekt ein Einführungs- oder Entwicklungsprojekt ist. Dies muss zuerst geklärt werden und eventuelle Vorarbeiten müssen abgeschlossen werden.
Bei der Umsetzung ist es wichtig zu wissen, ob auf eine bestehende Funktionalität in einer Software aufgebaut werden kann oder diese zuerst erstellt werden muss.
Kann eine Software oder ein Teil einer Standardsoftware für den im Projekt relevanten Prozess verwendet werden und muss sie nur angepasst werden und es wird von einem Einführungsprojekt gesprochen. Wird jedoch der Prozess in einer Software neu modelliert oder weicht er stark von der vorhandenen Funktionalität ab, ist es ein Entwicklungsprojekt.
Ein Einführungsprojekt macht es bei der Umsetzung viel einfacher und es kann mit der bestehenden Funktionalität und dem eventuell vorhandenen Prozessablauf gestartet werden. Hat die ausgewählte Software nicht die benötigte Funktionalität oder den Prozessablauf, muss dieser erst initial erstellt und entwickelt werden.
Wichtig ist es, die Entscheidung erst in der Phase zu treffen, wenn der Soll-Prozess klar formuliert ist. Es muss die Freiheit geben, wenn in der Projektlaufzeit auffällt, dass eine Standardlösung zu sehr angepasst werden muss, bis zu einem gewissen Zeitpunkt im Projekt mit einer Individuallösung zu vergleichen und mit Vor- und Nachteilen die Entscheidung für eine Standardlösung entweder zu bestätigen oder zu ändern.
Mit diesem Wissen kann mit einem einfachen Fall in der Umsetzung begonnen und Schritt für Schritt mehr Komplexität umgesetzt und getestet werden – dies so lange und mit Optimierungsschritten wie nötig.
Bisher waren die Phasen eher sequenziell oder wie andere Methodologien schreiben „Wasserfall“. Es wurden also alle Themen aufgenommen und zusammengefasst, bis die Phase abgeschlossen wurde.
Bei dieser Phase „Umsetzung von grob nach fein“ ist es anders. Es macht aus Erfahrung keinen Sinn, alles ganz genau aufzuschreiben und dann umzusetzen, weil das Zielbild nicht allen von Beginn an klar ist und wenn es klar beschrieben ist, haben doch einige nicht das Abstraktionsvermögen, sich schon zu Beginn das Ergebnis vorzustellen.
Es ist kein Verfehlen, wenn man sich die Lösung nicht gleich komplett vorstellen kann. Das ist eher normal und diejenigen, die das nötige Vorstellungsvermögen haben, sind oft jene, die das von Berufswegen her tun. Ein Fachbereich, der auf das Tagesgeschäft spezialisiert ist, muss sich die Lösung nicht im Detail vorstellen können. Dafür wurden sogenannte agile oder iterative Projekte (auch) erfunden.
Der Unterschied zwischen agile und iterativ ist hier wichtig zu verstehen.
Grundsätzlich wird bei agile von einem vollständigen Durchlauf des Prozesses ausgegangen und er wird im Verlauf des Projekts immer weiter detailliert und währenddessen wird Feedback eingearbeitet. Es gibt sehr schnell dem Fachbereich die Sicherheit, dass das neue System den Anforderungen entspricht, weil sehr früh bei der Umsetzung optimiert oder Entscheidungen der Vorgehensweise geändert werden können. Daher braucht es zu Beginn eine nicht so detaillierte Beschreibung des Zielbilds.
Bei iterativer Vorgehensweise ist dies etwas anders. Hier ist das Zielbild schon klar formuliert und es kann in Schritten umgesetzt werden. Es wird nicht erst der gesamte Prozess umgesetzt und dann detailliert, sondern der Prozess wird Schritt für Schritt umgesetzt und steht erst zum Ende komplett zur Verfügung. Unterschieden wird die Vorgehensweise nochmal in zwei Arten:
Eine detaillierte und ganz genau beschriebene Definition im Vorfeld und Umsetzung in einem, bis hin zu einer Präsentation und darauffolgender einmaliger Optimierung. Es kann im Verlauf kurze Präsentationen geben, aber zwischenzeitliche Optimierungen sind nicht vorgesehen. Das ist ein klassisches Wasserfall-Vorgehen.
Oft wird agile aber mit iterativ vermischt. Es werden nach jedem Schritt der Umsetzung Präsentationen und Schulungen abgehalten und Feedback eingesammelt, das vor der Umsetzung des nächsten Schritts eingearbeitet wird. Hier braucht es zwar schon eine detailliertere Definition als im Agilen, aber ganz konkrete Details müssen noch nicht zu Beginn formuliert werden.
Ist die Umsetzung mit allen einfachen und komplexen Use Cases und daraus resultierenden Test-Cases sowie allen bekannten Optimierungen abgeschlossen, kann es in eine ausführliche Testphase gehen.
Die Testphase ist eine sehr intensive Zeit, die vor der Produktivstellung stattfinden muss. Leider werden sehr oft bis kurz vor dem Produktivstellungstag Prozesse nochmal angepasst und am System entwickelt. Dadurch fällt sehr oft die Phase der ausführlichen Tests aus.
Das Testen hat den Grund, nicht aus der Umsetzungssicht das System anzusehen, sondern losgelöst von der Umsetzung mit der Fragestellung „Kann ich morgen genau wie in den Soll-Prozessen formuliert und in der Umsetzung im System realisiert arbeiten?“.
Hier fallen oft kleine prozessuale Optimierungen oder Anwendungsoptimierungen, aber auch Berechtigungen oder die Performance des Systems mit vielen Daten auf, die besser im Vorfeld identifiziert und behoben werden sollten, bevor eine grössere Menge an Benutzern auf genau diese Themen stossen.
Es können auch bei den Tests grössere Unstimmigkeiten in der Nutzung der neuen Lösung oder technische Herausforderungen aufkommen, die eine Produktivstellung sogar verzögern oder im schlimmsten F all verhindern können.
Daher ist diese Phase in einem erfolgreichen Softwareeinführungsprojekt wichtig, die wie einleitend beschrieben leider viel zu oft zu wenig Beachtung erhält und mit zu wenig Zeit durchgeführt wird. Es kann an vielen Themen gespart werden, aber an dem des Testens sollte nicht gespart werden.
Bei der Phase Integration werden folgende Themen berücksichtigt:
Übergreifendes Testen der Test-Cases, also Ende-zu-Ende-Tests aller Haupt-, Begleitungs- und Sub-Prozesse
Ende-zu-Ende-Test mit Schnittstellen, also auch systemübergreifende Tests
Massendatentest, also nicht mit einem Eintrag testen und es wird schon funktionieren, sondern auch mal mit 100 oder 1000 oder mit vielen mehr Daten testen als später anfallen. Das Testen sollte mit vielen Daten, aber auch mit vielen gleichzeitigen Zugriffen erfolgen.
Test der Datenmigration, ob alle Daten genau wie geplant in dem neuen System ankommen. Hier gibt es oft durch den Wechsel von mehreren Systemen und Veränderung von Datenstrukturen grosse Herausforderungen.
Berechtigungstests, dass auch jede Rolle nur die Daten, die für seine/ihre Rolle vorgesehen sind, zugreifbar sind (wenn es Einschränkungen in der Berechnung gibt)
Test der Produktivstellung, dass auch alles in dem geplanten Zeitfenster möglich ist und so auch verfügbar ist wie geplant.
Wiederherstellungstest, dass die Datensicherung und die Wiederherstellung von Daten funktioniert
Beginn Schulung der zukünftigen Nutzer, idealerweise von den Fachbereichsteilnehmenden, die im Projekt das System mitentwickelt haben
Optional kann das System in einer Pilotphase zum Testen in einer kleinen Umgebung/einem kleinen Team produktiv gestellt werden, um erste Erfahrungen zu sammeln.
Mit der Phasen Anwenden wird das System produktiv gestellt und an die Anwender übergeben.
Zuerst wurden erste Anwender in der letzten Phase geschult und hier müssen nun alle geschult werden, um den neuen Prozess und das System nutzen zu können.
Jetzt wird das Umgesetzte und Getestete in diesem Projekt angewendet. Es gibt oft eine mal kürzere, mal längere Übergangsphase zwischen dem alten und dem neuen System. Das kann von einer nahtlosen Einführung und ersten Nutzung von bestimmten Benutzergruppen oder Abteilungen sein, oder aber das alte System wird abgeschaltet und das neue System muss genutzt werden.
Je nach Datenmigration und Harmonisierung zwischen weiteren Systemen kann es von Stunden über Tage bis Wochen und Monate dauern, während dessen kein System (weder das alte noch das neue) zur Verfügung steht. Es gibt Fälle mit genau diesen Zeiträumen. Oft wird ein Wochenende oder besser ein langes Wochenende für die Migration der Daten und letzte Tests im Produktivsystem genommen, bevor die Nutzer starten können. Es gibt aber auch parallele Datenmigrationen, die über lange Zeit die Daten in dem alten und neuen System gleich halten, um dann zu einem Stichtag das System wechseln zu können. Das hat den Vorteil, dass die Daten lange im neuen System laden können und die neue Umgebung schon früher fertig ist und Gewissheit gibt, dass alles zur Produktivstellung fertig und richtig ist.
Am Tag der Produktivstellung und der ersten Nutzung des produktiven Systems werden Themen aufkommen, an die nicht gedacht wurde. Auch wenn noch so akribisch alles versucht wurde, vorauszudenken, irgendetwas ist immer.
Daher ist eine Phase der erhöhten Bereitschaft der Projektteilnehmenden aus Sicht Prozess und Schulung sowie Technik zur Funktionalität und Betrieb des Systems und auch aus Datensicht von der Migration aus dem Altsystem und Verwendung im neuen System notwendig. Wenn nötig werden Kleinigkeiten direkt optimiert oder grössere Themen in neue Projekte ausgelagert. Diese Bereitschaftsphase nach der Produktivsetzung sollte aber nicht länger als zwei bis vier Wochen andauern, bis das System dann an den Kundendienst übergeben werden kann.
Der Bereich der Beratung in Softwareprojekten ist sehr vielschichtig. Es beginnt in der Unternehmensberatung mit dem Entwickeln von neuem oder Anpassungen von Bestehendem.
Mit dieser Grundlage kann die Prozessberatung hier generell beginnen und in die systemspezifische und technische Lösungsberatung übergehen.
Ein Prozess sollte also grundsätzlich schon formuliert sein. Alle weiteren Schritte berate und begleite ich gerne wie in den nachfoglenden 3 Bereichen aufgeteilt:
Zuerst muss das „Was“ formuliert werden – also um was geht es und was soll grundsätzlich realisiert werden, wird hier erarbeitet.
Die Prozess-Beratung startet auf einem bestehenden oder neuen/geplanten Bereich und hinterfragt die Arbeitsweise und den Prozess.
Ergebnis kann sein, dass ganze Bereiche sich ändern, aufgeteilt oder zusammengelegt werden auch die Arbeitsweise von Mitarbeitenden
und die Rollen und deren Aufgaben können hier grundsätzlich angepasst werden.
Das Vorgehen und deren Prozesse werden somit hier formuliert. Sie sind ohne Systembezug, beschreiben den Arbeitsablauf grundsätzlich
und prozessual. Es werden nur Arbeitsschritte mit ihren Rollen formuliert, keine Funktionalitäten.
Oft werden Prozesse in internen Abteilungen zur Geschäfts-Entwicklung definiert oder sie werden über externe Unternehmensberatungen
mit Branchen- und Prozess-Wissen beraten und entwickelt.
Das „Was“ ist Teil der Prozess Phasen „IST Verstehen“ und „Soll Definieren“.
Ist das „Was“ bekannt, kann mit dem „Wie“ gestartet werden. Hier wird anhand des Prozesses die konkrete Umsetzung an Systemen erarbeitet.
Die Umsetzungs-Beratung startet nicht mit einem leeren Blatt, sondern mit einem vorhandenen Prozess. Entweder ein schon bestehender, der angepasst oder in
einer neuen Software angewendet werden soll oder ein neu erstellter, der mit einer Software unterstützt eingeführt werden soll.
Hier werden zu den vorhandenen Prozessen die konkreten funktionalen Anforderungen und flüssige Arbeitsabläufe formuliert, was auch den Systembezug mit einschliesst.
Auch ist das zukünftige Layout der Lösung ein Teil dieses Bereichs. Wenn die Lösung auf eine Standard Software aufbaut, ist das Layout schon stark vorgegeben
und muss entsprechend für die Funktionen angewendet werden. Ist es eine komplexere Anforderung und/oder kann nicht mit dem Standard Layout realisiert werden,
muss das Erscheinungsbild des neuen Systems hier auch modelliert werden.
Optimierungen der Prozesse durch funktionale Erleichterungen oder Verbesserungen sind hier explizit ein Teil der Umsetzungs-Beratung und können auch Auswirkungen
auf den eigentlichen Prozess selbst haben.
Oft werden Prozesse in internen Abteilungen zur Umsetzung formuliert oder es wird über externe Softwarehäuser mit Prozess- und Software-Wissen beraten und entwickelt.
Das „Wie“ ist Teil der Prozess Phase „Übersetzen in Systeme“.
Ist das „Wie“ formuliert, kann mit dem „Womit“ gestartet werden. Hier wird anhand der konkreten funktionalen Anforderungen die technische Lösung erarbeitet.
Die Technische-Beratung startet Hand-in-Hand mit der Umsetzung-Beratung, wobei sie sich nicht auf den funktionalen Ablauf, sondern auf die technische Lösung selbst
konzentriert. Es ist wichtig diese beiden Blickwinkel zu kennen und zu unterscheiden. Lösungen können funktional oder technische umgesetzt werden.
Beispiel: Ein Datenmodell sollte idealerweise so stark wie möglich „Normalisiert“ werden. Dass heisst, es sollten möglichst keine Daten doppelt in Spalten einer
Tabelle geführt werden, wenn sie in eine Untertabelle ausgelagert und dort nur einmal erfasst werden können. Das ist Datenbanktechnisch absolut sinnvoll.
Nur frustriert es die späteren Nutzer, wenn sie zur Dateneingabe immer die Maske wechseln müssen, wenn sie die Daten erfassen wollen.
Funktional ist für den Benutzer vorteilhaft, technisch ist für die Datenhaltung, den Speicher, die Performance und die Wartbarkeit der Daten vorteilhaft.
An dem Beispiel sieht man, dass es wichtig ist, die beiden Bereiche zusammen zu sehen. Leitend wird oft die Funktion in den Vordergrund genommen, aber
technisch muss es auch realisierbar und zukunftssicher sein.
Selten ist die Technische-Beratung in internen Abteilungen. Sie wird oft über externe Softwarehäuser mit Prozess- und Software-Wissen in das Projekt dazu genommen.
Das „Womit“ ist Teil der Prozess Phasen „Übersetzen in Systeme“ und „Umsetzung von Grob nach Fein“.
Jedes Projekt ist etwas anders. Meine aktuellen Projekte, sowie grösseren Aufgaben in dem Umfeld sind nachfolgend beschrieben. Darunter sind meine Projekte und grössere Aufgaben nach Startjahr sortiert.
Über die Themen zur erfolgreichen Softwareeinführung habe ich einen Blog begonnen. Ich schreibe seit Sommer 2024 jede Woche Freitags zu dem Thema aus den Bereichen Prozesse, Vorgehen, Teilnehmende und Tools.
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